
Seit etwa 2.000 Jahren werden Masken, Puppenköpfe, Skulpturen oder auch Möbel aus dem Werkstoff Pappmaché gefertigt. Heute widmen sich neben Maskenbildnern vor allem Hobbykünstler und Künstler der Arbeit mit Pappmaché. Es gibt verschiedene Methoden, Pappmaché herzustellen, die häufigste ist die sogenannte Pulpe, die bei richtiger Bearbeitung so stabil wie Holz werden kann. Durch eine entsprechend Legierung kann eine Pappskulptur auch den Winter im Freien überstehen. So zeigen z. B. große Kühe auf einer Wiese als Werbefigur den Weg zum Bauernladen, mitten in der Stadt steht eine farbenfrohe Frauenfigur, und zu Hause erfreuen sich die Menschen an Skulpturen in tierischer oder menschlicher Gestalt.
Viele wagen sich daran, ein solches Objekt selbst herzustellen, da das Pappmaché leicht herzustellen und wie Lehm zu formen ist. Zudem sind die benötigten Materialien preiswert zu erstehen. Ein Eimer wird zu zwei Dritteln mit heißem Wasser gefüllt, dann gibt man zerknüllte Zeitungsreste hinein und püriert alles mithilfe eines Pürierstabs oder Mixers zu einer Art grauen Suppe. Danach wird die so entstandene Pulpe durch eine Windel oder alte Gardine ins Waschbecken gegossen und trocken ausgedrückt. In die verbliebene Masse rührt man nun etwa ein Viertel einer Packung Kleister. Dazu kann man auch Sand oder Sägespäne geben. Dieser Papiermatsch dient dazu, die Figur zu modellieren. Diese hat man zuvor aus Hühner- oder Kaninchendraht geformt. Bei diesem Schritt sollte man sich besondere Mühe geben, denn hierdurch entsteht die gewünschte Skulptur. Der feine Draht wird in die gewünschte Form gebogen und geknickt. Er wird mit Bindedraht haltbar gemacht und vor allem an Stellen wie z. B. Armgelenken mit Gipsbinden verstärkt.
Darauf kommen mehrere Lagen eingeweichtes Papier, ehe man die Skulptur mit der Pappmachémasse endgültig in Form bringt. Anfänger sollten sich an keine frei stehende Figur wagen, sondern diese auf einem Untergrund befestigen. Zum Schluss wird das Kunstwerk mit Farbe wie Acryllack und eventuell mit Materialien wie Muscheln, Wolle oder Glitzer verziert. Bei allen Arbeitsschritten ist zu beachten, dass die langen Trocknungszeiten einzuhalten sind.
© — Pappdorf / pixelio.de —

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